Zungenruhelage

Bei Artikulationsübungen erleben Lernende und Lehrende nicht selten Frustrationen. Die Produktion des richtigen Lautes will und will nicht gelingen - oder wird, sobald es ans freiere Sprechen geht, sofort wieder vergessen. Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • Der zu erzielende Laut wird nicht gehört bzw. im Gehirn durch einen bekannten, ähnlichen Laut ersetzt. Beispiel: ü, das von Lernenden mit slawischer Muttersprache gern durch "i" ersetzt wird.
  • Der Laut wird zwar gehört und richtig imitiert. Sprechen läuft aber hochautomatisiert ab. Sobald der/die Lernende sich auf die "Botschaft" konzentriert, verfällt er/sie in die bekannte, einfache und "bequemere" Sprechweise.
  • Oder aber: Der/Die Lernende weiß einfach nicht, wie er/sie den Laut produzieren soll, hat die Muskeln gar nicht, die für diesen Laut benötigt werden, und weiß nicht, wo die Zunge liegen muss.

Es ist daher sinnvoll, Lernenden auch die konkrete Lautbildung zu zeigen. Hier sind Kursleitenden Grenzen gesetzt, denn das Zeigen der korrekten Zungenposition ist nicht so einfach (auf den berühmten Sagittalschnitten kann nicht jeder was erkennen Wink ).

Als kleine Vorübung kann man üben und erspüren lassen, wo die Zunge laut Logopäden zu sein hat, wenn man nicht spricht:

Korrekt ist die Lage der Zunge zu Beginn des Schluckens und in Ruhe (Zungenruhelage), wenn die Zungenspitze einen leichten, flächigen Kontakt mit dem Gaumen hinter den oberen Frontzähnen hat. In der Logopädie wird diese Position der Zunge auch als ZAP = Zunge am Platz oder „Zungenschlafplatz“ bezeichnet.

Mit Dank an Logopädin Hannah!