Ohne Hören kein Sprechen

Heute einmal ein Filmtipp von mir: Welcome to Norway. Es ist eine norwegische Komödie über einen ausländerfeindlichen Hotelier, der sein ziemlich heruntergekommenes Hotel in ein Flüchtlingsheim umwandelt und damit Kasse machen will. Dieser Film spiegelt nicht nur ein hochaktuelles Thema in Norwegen, Deutschland und Europa überhaupt wider (und ist daher absolut sehenswert!), sondern ist auch für Phonetik-Liebhaber interessant.

In einigen Sequenzen geht es um Sprachunterricht. Die ehrenamtliche Lehrerin versucht, den Laut „ö“ zu vermitteln, indem sie ihn einfach wieder und wieder wiederholt. Die zwei afrikanischen Schülerinnen (Muttersprache Suaheli) antworten mit „o“. Schließlich gibt die Lehrerin auf. Was ist schiefgegangen? Die Schülerinnen haben den Unterschied zwischen „o“ und „ö“ nicht gehört. Deshalb hat es nichts genutzt, das „ö“ immer wieder vorzusprechen und auf richtiges Nachsprechen zu hoffen.

Dies wäre eine bessere Strategie:
1. Zuerst muss man lernen, den Laut zu erkennen.
2. Sobald das Gehirn erkannt hat „Ah, hier ist etwas anders, das ist ja gar kein e oder o“, kann man beginnen, den Einzellaut zu üben. Tipps dafür finden sich im Praxisbuch Phonetik auf Seite 50.
3. Schließlich muss der Laut immer wieder und in verschiedenen Kontexten geübt werden: durch Hören und Erkennen, im Kontrast zu „o“, „e“ und „ü“, mit Wörtern und kleinen Sätzen, vor dem Spiegel …

Hier geht es zum Trailer.