Google Spracherkennung

Letzte Woche kam in meinem Unterricht die Frage nach den Hauptstädten der deutschen Bundesländer auf. Eigentlich weiß ich diese, aber plötzlich war ich mir nicht mehr sicher, ob Erfurt tatsächlich die Hauptstadt von Thüringen ist. Also fix das Smartphone geschnappt, auf das kleine Mikrofon bei der Google-Suche getippt und „Hauptstadt von Thüringen“ eingesprochen.

Die Teilnehmer – jung, männlich, das Smartphone ununterbrochen in Gebrauch – starrten mich mit offenem Mund an: „Wie haben Sie das gemacht?“

Noch ahnte ich selbst nicht, dass wir im Begriff standen, eine Übungsform für die gute Aussprache zu entdecken. Ich wollte nur schnell mit dem Unterricht weitermachen und zeigte eher beiläufig, wie man Suchanfragen per Mikrofon-Symbol in der Google-Suche sprechen statt tippen kann.

Die Teilnehmer waren begeistert und wollten ab sofort jedes Wort, das sie nicht verstanden, mit der Spracherkennung erfragen: „Was bedeutet Staatsoberhaupt auf Persisch?“

Und jetzt das große Aha-Erlebnis: Wenn man nicht sauber ausspricht und zum Beispiel die langen Vokale zu kurz spricht, erkennt das System die Frage nicht. Der Teilnehmer scheiterte mehrmals – es klang bei ihm wie „Stadtoberhaupt“.

Seitdem üben wir die exakte Aussprache auch mithilfe von Fragen an Google. Fazit: Nur wenn gut ausspricht, bekommt eine Antwort. Probieren Sie es doch einmal aus!

P.S. Die Hauptstadt von Thüringen ist übrigens wirklich Erfurt Wink